Das Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) nutzt die natürlichen Reaktionen des Körpers auf wechselnde Sauerstoffbedingungen. Ziel des Trainings ist es, über die Regeneration der Mitochondrien – den sogenannten „Kraftwerken“ unserer Zellen – die Energieproduktion zu unterstützen. Dieses Training wird bei Menschen mit Erschöpfung, eingeschränkter Leistungsfähigkeit oder anderen chronischen Beschwerden als ergänzender Ansatz eingesetzt, um die körpereigene Regulation auf Zellebene zu unterstützen.
Was ist IHHT?
Das Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) basiert auf einem innovativen Ansatz, den Körper abwechselnd Sauerstoffmangel (Hypoxie) und Sauerstoffüberschuss (Hyperoxie) auszusetzen. Dieses Prinzip wird oft mit einem natürlichen Höhentraining verglichen, bei dem die Höhe den Sauerstoffgehalt in der Luft reduziert. Der Körper reagiert auf diese Veränderungen mit verschiedenen Anpassungsprozessen, die die zelluläre Energieproduktion und Regeneration fördern sollen.
Ziel der IHHT ist es, die Funktion der Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, zu verbessern. Mitochondrien sind dafür verantwortlich, Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) bereitzustellen, die für zahlreiche Funktionen im Körper unerlässlich ist. Eine gestörte Mitochondrienfunktion kann zu Erschöpfung, verminderter Leistungsfähigkeit und chronischen Beschwerden führen. Das IHHT soll diesem Zustand entgegenwirken.
Wie funktioniert IHHT?
Das Herzstück der IHHT ist der zyklische Wechsel zwischen Hypoxie (Sauerstoffmangel) und Hyperoxie (Sauerstoffanreicherung). Während des Trainings atmet der Patient über eine Maske abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft. Dieser gezielte Wechsel soll den Körper dazu anregen, den mitochondrialen Stoffwechsel zu beeinflussen und die Funktion der Mitochondrien zu unterstützen. Der Vorteil gesunder Mitochondrien besteht darin, dass sie Sauerstoff effizienter in Energie umwandeln können.
Durch die wiederholte Exposition gegenüber wechselnden Sauerstoffbedingungen sollen verschiedene Anpassungsmechanismen im Körper aktiviert werden. Dazu gehört die Verbesserung der Sauerstoffnutzung, die Förderung der Zellregeneration und die Bildung neuer Blutgefäße. Ein individuell angepasster Trainingsplan stellt sicher, dass das IHHT auf die körperlichen Besonderheiten jedes einzelnen Patienten abgestimmt wird.
Einsatzgebiete des IHHT
Das IHHT wird bei verschiedenen Beschwerdebildern, bei denen ein Energiemangel auf Zellebene vermutet wird, als ergänzender Ansatz eingesetzt, zum Beispiel bei chronischer Müdigkeit und Erschöpfung, bei bestimmten Lungenerkrankungen oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Vordergrund steht dabei die Unterstützung der körpereigenen Regulation und der allgemeinen Belastbarkeit; die Wirksamkeit kann individuell unterschiedlich sein.
Zudem findet das IHHT Anwendung in der Prävention, da es zur Erhaltung der normalen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit beitragen kann.
Ablauf einer IHHT-Sitzung
Eine IHHT-Sitzung erfolgt in einer entspannten Umgebung. Der Patient liegt oder sitzt bequem und trägt eine Atemmaske. Über diese Maske wird abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft eingeatmet. Eine typische Sitzung dauert etwa 40 bis 60 Minuten und verläuft in einem regelmäßigen Wechsel von Hypoxie- und Hyperoxie-Phasen.
Während des Trainings ist der Patient vollkommen in Ruhe, das IHHT ist nicht invasiv und schmerzfrei. Ich überwache dabei den Sauerstoffgehalt im Blut und passe die Sauerstoffzufuhr individuell an. Die Anzahl der Sitzungen sowie der zeitliche Rahmen werden individuell festgelegt und orientieren sich an Ihrem Gesundheitszustand und Ihren Zielen; der Verlauf und mögliche Effekte können dabei von Person zu Person unterschiedlich sein.
IHHT in meiner Praxis in Nürnberg
In meiner Praxis für Funktionelle Medizin in Nürnberg bespreche ich mit Ihnen, ob und in welchem Rahmen IHHT als ergänzender Baustein in Ihrem individuellen Gesundheitskonzept in Betracht kommen könnte. Auf dieser Basis wird ein Vorgehen abgestimmt, bei dem ich Sie beratend begleite.

